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Behandlungsverlauf

Bericht über Marcel, 8 J. und Maurice, 5 J.:

Marcel war zu Beginn ein sehr ruhiges, braves Kind. Er schlief ziemlich früh durch und war für uns kein offensichtliches KISS-Kind. Zu diesem Zeitpunkt war uns das KISS-Syndrom nur in Verbindung mit Schreikindern aus dem Vorbereitungskurs bekannt.
Er entwickelte sich zunächst normal, lief allerdings erst mit ca. 14 Monaten, wobei er das Krabbeln übersprang. Bei seiner Sprache merkten wir aber bald, dass er Schwierigkeiten zu haben schien. Wir dachten aber zuerst, dass ist eine gewisse "Faulheit". Ein Besuch beim HNO bestätigte dann aber Polypen, die umgehend operiert wurden. Daraufhin folgte ein Jahr Behandlung bei der Logopädin, die seine Sprachprobleme restlos beseitigen konnte.
Seine Grob- und Feinmotorik waren aber alles andere als gut und so kam er in die Ergotherapie. Wir haben insgesamt 2 ½ Jahre Ergotherapie durchgeführt, aber die Erfolge waren nicht umwerfend. Dazu kam der Druck vom Kindergarten, er müsse alles besser können, schneller werden,…allerdings keinerlei Förderung!
Mit 6 Jahren wurde er eingeschult und kam in eine Klasse mit 25 Kindern. Zu Beginn lief alles geordnet, außer dass er für die Hausaufgaben täglich mindestens 1 ½ Stunden brauchte. In der Schule kam er dann aber überhaupt nicht mehr mit. Im November 2007 fand dann das erste Gespräch mit der Lehrerin, die zugleich auch Schulleiterin ist, statt. Dass riss uns den Boden unter den Füssen weg, da Ihrer Aussage nach Marcel in Deutsch und Rechnen auf Note 5 stand. Wir mussten zeitgleich zuhause feststellen, dass er im Rechnen die Aufgaben ausrechnen konnte, aber in der nächsten Minute war alles wieder vergessen. Das war unvorstellbar, denn man zweifelt an seinem eigenen Kind und an sich selbst. Da begann ich übers Internet zu recherchieren, was alles in Verbindung mit Schulproblemen und Konzentrationsstörungen stehen könnte.
Ich kam über diverse Umwege auf die Homepage einer Familie, die dieselben Symptome beschrieben hat, wie ich sie bei Marcel und mittlerweile auch bei Maurice (ihn werde ich später beschreiben) feststellen musste. Da wurde dass KISS / KID erstmals beim Namen genannt. So kam ich dann schließlich auf der Homepage vom KISS-KID-Forum an. Die Beschreibungen der Kinder dort trafen alle ein Stück weit auf Marcel zu. Wir waren zwischenzeitlich bereits bei einer Therapeutin in München vorstellig geworden, die uns bedingt weiterhelfen konnte. Eine richtige Manipulation führte sie allerdings nicht durch, aber sie zeigte uns diverse Übungen, zur Koordination und Konzentration. Zwischendurch fanden immer wieder Gespräche mit der Lehrerin statt, die aber ins Leere führten. Sie wollte dann einen Förderplan für Marcel aufstellen, der aber tatsächlich erst im Mai 2007 begann. Es war sogar die Sonderschule für Marcel ihrerseits im Gespräch.

Als die Übungen zur Koordination und Konzentration sich nicht viel verbesserten, fassten wir den Entschluss, Marcel einem Spezialisten vorzustellen. So kamen wir im Juni 2007 zu Dr. Biedermann nach Köln. Er röntgte Marcel und kam zur Diagnose:
Kopfgelenkinduzierte Dyspraxie / Dysgnosie. Nach der sehr genauen Untersuchung behandelte (manipulierte) er Marcel und danach fing eine sehr spannende Zeit für uns an. Marcels allererste Reaktion nach der Behandlung im Auto war: Er konnte plötzlich seinen Kopf nach links / rechts oben drehen. Das war uns all die Jahre gar nicht aufgefallen, dass er dass nicht konnte. An dieser Stelle sei gesagt, dass wir alle U-Untersuchungen bei Kinderarzt durchführen ließen!
In der Schule wurde es nach und nach dann besser, seine Konzentration war viel stärker, allerdings wurde uns zwei Wochen vor Zeugnisausgabe gesagt, dass er nicht in die zweite Klasse versetzt wird. Das war natürlich erstmal ein Schock, zumal uns die Lehrerin bis dahin immer hingehalten hatte nach dem Motto: Das schafft er schon.
Nach den Sommerferien stand also der Neustart in der Schule an. Wir führten noch während der Ferien ein intensives Gespräch mit der neuen Lehrerin, die sehr offen für unsere Bedenken war. Das Resultat aus dem Gespräch war, dass sie Marcel sehr positiv gegenüberstand und wir einen engen Kontakt halten wollten, was seine schulischen Leistungen betraf. Zu Beginn gab es natürlich einige Hänseleien von Seiten der alten Klassenkameraden, was sich aber sehr schnell wieder legte. Der große Vorteil der neuen Klasse war, dass hier nur 18 Schüler waren. Marcel kam nun von Anfang an gut mit und hat auch seine Stelle in der Klasse gefunden. Heute schreibt er Rechenproben im oberen Drittel und auch in Deutsch sind seine Leistungen gut.

Maurice hingegen war schon immer ein lebhafteres Kind. Er schlief zwar auch nachts relativ früh durch, war aber auch tagsüber ständig wach und quirlig. Doch bei ihm merkten wir mit 6 Monaten, dass er sich nicht auf den Bauch drehen konnte. Also ging ich mit ihm zur Baby-Massage. Bei ihm bildete sich allerdings am Hinterkopf eine platte, abgeflachte Stelle, weil er sich immer auf dieselbe Stelle drehte. Das Laufen erlernte er auch erst spät, ähnlich wie sein Bruder. Genauso verhielt es sich mit der Sprache, obwohl wir, durch die Erlebnisse bei seinem Bruder, sehr früh beim HNO vorstellig wurden. So kam es bereits mit 1 ½ Jahren zur ersten Polypen-Operation. Trotz allem entwickelte sich seine Sprache auch nur mäßig weiter. Mit ihm waren wir dann mit 4 Jahren das erste Mal bei der Frühförderstelle zur Diagnosenerstellung. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde er auch einer Krankengymnastin vorgestellt, die als erste den Verdacht auf KISS äußerte, da er die Treppen nur im Nachstell-Schritt gehen konnte. (Dies war zeitgleich mit den Schulproblemen bei Marcel). Er war auch zu dieser Zeit bereits auch in logopädischer Behandlung.
Nachdem wir ihn dann im September 2007 ebenfalls in Köln bei Dr. Biedermann vorgestellt hatten stellte er bei ihm folgende Diagnose: Entwicklungsverzögerung, Condylen-Assymetrie, Therapie über den vertebragenen Faktor. Daraufhin manipulierte er die Kopfgelenke und das Ilio-Sacralgelenk. Inzwischen sind seine Bewegungen wesentlich besser, er stolpert nicht mehr und auch seine motorischen Fähigkeiten sind ernorm gesteigert. Bislang hat er noch Probleme beim Sprechen mit dem Buchstaben -S- , was aber durch eine weitergehende Behandlung bei der Logopädin behandelt werden wird.

Heute habe ich zwei Kinder, die normal toben und lernen können. Wären wir nicht auf diese Homepage aufmerksam geworden, wäre der Schulweg inkl. Sonderschule vorprogrammiert gewesen. Es hat uns viel Mühe und Nerven gekostet aber wir sind jetzt auf dem richtigen Weg. Wenn heute über Kinder gesprochen wird, bei denen Schulprobleme vorherrschen, sehe ich alles in einem anderen Licht. Leider müssen unsere Kinderärzte noch wesentlicher sensibilisiert werden für diese Krankheit. Sie stehen oftmals auf dem Standpunkt: Das wächst sich aus, das gibt sich. Leider wächst sich nicht alles aus. Das KISS-KID-Forum war uns eine große Hilfe in dieser Zeit mit all seinen Informationen und Ansprechpartnern. Außerdem stellten wir fest, dass wir mit diesen Problemen nicht allein waren und haben neue Freunde gefunden.

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