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Behandlungsverlauf

Hier ein Bericht über Sophie und Philipp:

Meine Kinder sind Sophie (5 Jahre und ein Monat) und Philipp (3 Jahre und 2 Monate). Mit beiden (damals 4 ½ Jahre und 2 ½ Jahre) war ich am 17.10.2005 bei Dr. Göhmann.

1. zu Sophie:

"Nachdem ich jetzt (Sommer 2005) erst genaueres über KISS und KIDD erfahren habe, glaube ich, daß Sophie als Baby KISS hatte und jetzt ein KIDD-Syndrom hat, da das KISS nicht behandelt wurde. So vieles von den Symptomen/Auffälligkeiten, die bei KISS + KIDD beschrieben werden, trifft auf sie zu (verzögerte motorische Entwicklung, spätes Laufen und Krabbeln, Dreiradfahren erst jetzt mit 4 Jahren beherrscht, Beckenschiefstand, Hohlkreuz, X-Beine, Knick-, Senk-, Spreizfuß, Sprachentwicklungsverzögerung, häufige Bauchschmerzen u.a.). ....

Ergänzen möchte ich noch zu Sophie: Bei ihr fällt außer der Sprachentwicklungsverzögerung (hat wortschatz- und satzbaumäßig zugelegt, aber noch Defizite in der Lautbildung besonders "s", "sch" und "f") vor allem die Motorik auf. Sie läuft immer noch nicht gerne und würde sich am liebstem im Buggy fahren lassen ("Die Beine tun weh" Wenn ich dann nachfrage, sind es die Knie - Sie hat ja auch X-Beine.) Und sie hat Gleichgewichtsprobleme. Rollerfahren und Laufradfahren fällt schwer. Beim Einbeinstand und Einbeinhüpfen ist sie noch unsicher. Hat sie ausprobiert, weil ich sie gefragt habe. Wäre sonst nicht darauf gekommen. Beim ersten Lesen über die KISS-, KIDD-Symptomatik merkte ich gleich, daß Sophie viele von den Entwicklungsverzögerungen und vegetativen Auffälligkeiten, die da beschrieben werden auch hat. Daß sie als Baby die typische Fehlhaltung und Asymtrie hatte, war mir nicht mehr erinnerlich. Beim Anschauen der Babyfotos habe ich es aber gesehen. Sie hat den Kopf auf vielen Fotos nach rechts gedreht und nach links geneigt. Und auch das typische C. Allerdings gibt es auch Fotos von ihr, da ist es anders herum: nach links gedreht und nach rechts geneigt. Kann es das geben?.....

wir waren nun am Montag bei Dr. Göhmann. Zuerst hat er Sophie untersucht. Übrigens meinte er ihre Füße wären ganz gesund und sie hat auch keine X-Beine, ihre Beine sind gerade. Die Orthopädin hier bei uns hatte ja bei ihr Knick-, Senk-, Spreizfüße und X-Beine festgestellt. Hat ihr auch Einlagen verordnet. Scheinbar hat sie wohl keine Ahnung. Die Einlagen braucht Sophie nicht, sagt Dr. Göhmann, die würden auch nichts bringen. Verändern nichts am Muskeltonus und an der Statik, sieht nur optisch besser aus. Und es ist ein Unterschied zwischen X-Beine und x-ig laufen.

Aber jetzt zum KIDD-Problem: Ihre Wirbelsäule war seitwärts nach links verbogen, eine Hüfte etwas höher, ein Bein kürzer. Und sie hatte eine Blockade am Atlas, konnte nach links den Kopf nicht richtig drehen, nur ein Stück aber nicht ganz nach links, das ging richtig schwer. Dr. Göhmann sagte, diese Blockade kann man probeweise behandeln und dann schauen ob es was bringt. Das wäre in dem Fall auch sinnvoll wegen der vielen motorischen (Gleichgewicht, Feinmotorik z.B. Malen) und sprachlichen Probleme. Also wurde sie geröntgt. Im Röntgenbild war die Asymmetrie auch sichtbar. Dann hat er sie behandelt. Mußte am Hals ganz schön drücken und sie hat erst mal geweint. Aber es war auch schnell wieder vergessen. ...

Im Zug auf der Rückfahrt hat sie einen Hasen gemalt. Das war sehr schön gegenständlich, mit mehreren Farben, man konnte die Ohren erkennen. Weiß nicht ob das unmittelbar mit der Behandlung zu tun hat. Z.T. hat sie in den letzten Wochen vor der Behandlung auch schon Bilder gemalt, auf denen man etwas erkennen konnte. Z. T. auch nur Gekringel. Sie war auf der Heimfahrt sehr aufgedreht und wollte nicht schlafen, sondern hat gemalt und ist durch den Zug gelaufen und ist auf den Sesseln rumgeturnt. Dabei war sie sehr müde. War am Morgen schon 07.30 Uhr aufgestanden und hat dann auf der Hinfahrt im Zug nicht geschlafen. Erst in Hannover ist sie kurz nach dem Aussteigen aus dem Zug eingeschlafen, hat die ganze U-Bahnfahrt verschlafen und ist erst in der Praxis wieder aufgewacht (1/2 Stunde geschlafen). Wir waren erst kurz vor Mitternacht wieder zu Hause. Da ist sie dann um Mitternacht ins Bett und hat bis Dienstag um elf Uhr geschlafen. Als sie wieder aufgestanden war hat sie bald den Einbeinsprung probiert, mit dem sie vorher so große Mühe hatte. Und sie kann es! Mal sehen, wie sie sich weiter entwickelt. Gestern hörte ich, wie sie den Philipp belehrte "Es heißt `Löffel´ und nicht `Löppel´". Das "F" in der Wortmitte hat sie anderthalb Wochen vor der Behandlung zwar auch schon sagen können, aber man mußte sie immer wieder daran erinnern, sie fiel oft in ihr altes Muster zurück. Jetzt sagte sie es mal von sich aus richtig. ...

Sophie macht weiter Fortschritte. Ist im Kindergarten kontaktfreudiger, redet mehr mit den Erziehern, strahlt und macht bei allem begeistert mit. Ich habe im KiGa das KIDD-Merkblatt abgeben und informiert, was Sophie jetzt beim Sport nicht machen darf. Die Leiterin und die anderen Erzieherinnen haben das sehr interessiert gelesen. Sie wußten vorher noch nichts über KIDD, waren aber sehr aufgeschlossen und interessiert. Die Leiterin (die diese Woche Sophies Erzieherin vertritt) hat sich mitgefreut, daß Sophie jetzt Fortschritte macht. Ihre Logopädin war auch sehr aufgeschlossen. Ihr hatte ich meinen KIDD-Verdacht vorher gesagt und daß wir zu Göhmann fahren. Sie fand das auf jeden Fall sinnvoll, schon was die motorischen Defizite angeht. Nur zum Zusammenhang KIDD und Sprachentwicklung, da war sie skeptisch. Da wird sie hoffentlich noch eines besseren belehrt durch Sophies hoffentliche Sprachfortschritte.

...

Jetzt sind ihr schon so schwierige feinmotorische Sachen wie Reißverschluß und Klettverschluss durch Öse einfädeln gelungen. Und sie strotzt nur so vor Selbstvertrauen. So ist sie heute allein und unbemerkt zur Oma. Wir haben erst gar nicht gewußt, wo sie ist, suchten sie schon überall. Das sind immerhin 20 min Weg (wo sie nie gerne gelaufen ist) und nicht ungefährlich (Straßen mit Verkehr darunter eine Bundesstraße). Aber sie sagt, sie hat geguckt und ist über die Ampel bei grün (ein Onkel hat aufgepasst).

Ich war heute beim Kinderarzt mit Sophie. Ich gab ihm gleich Befundbericht und Merkblatt von Dr. Göhmann. Er war sehr interessiert und aufgeschlossen. Wußte wohl noch nicht soviel über KISS/KIDD, ist aber bereit dazu zu lernen. Hat sich gleich das Buch von Dr. Sacher aufgeschrieben, will er auch lesen. Und hat sich gefreut darüber, daß ich mich so engagiere und selbst kümmere. ...

Was sich bei Sophie noch verändert hat seit der Behandlung: Wie gesagt, sie konnte schon einen Tag nach der Behandlung auf einem Bein hüpfen. Das Malen ist schon viel besser - sie malt jetzt richtige Strichmännchen und man kann die Dinge besser erkennen, die sie malt. Dann kamen zwei Tage nach der Behandlung die Bauchschmerzen und wurden immer schlimmer bis hin zum zweitägigen Krankenhausaufenthalt. Die haben alles andere überlagert. (Nur daß Sophie gleich im Krankenhaus bleiben wollte, als es ihr so schlecht ging, und auch alleine dort bleiben wollte, keine Trennungsangst zeigte, ist mir aufgefallen.) Jetzt wird es immer besser mit den Bauchschmerzen. Sie klagte seltener darüber und die Attacken waren nicht mehr so lange. Gestern hatte sie gar keine Bauchschmerzen mehr. Gestern war sie nach der langen Krankheit das erste Mal wieder im Kiga (das 2. Mal nach der Behandlung erst). Und ihr Sozialverhalten hat sich sehr verbessert. Sie hat alle Erzieherinnen freiwillig und ohne Aufforderung begrüßt, die Hand gegeben. Das hat sie vorher nie gewollt. Und ihre Erzieherin berichtete sehr erfreut darüber, daß sie jetzt mit den Erzieherinnen redet und auch mit den Kindern und bei allen Aktivitäten mitmacht. Also insgesamt viele Fortschritte.

Trotzdem habe ich das Gefühl, das war noch nicht alles. Besonders mit dem Laufen hat sie Probleme. Sie ist nie gern gelaufen, "die Beine tun mir weh." sagt sie immer. Drei Tage nach Behandlung ist sie ganz allein zur Oma rübergelaufen (Das sind für uns 20 Minuten Fußweg, aber sie braucht länger.) Zeugt auch von Selbstbewußtsein, der Weg war auch nicht ganz ungefährlich, vielbefahrene Straßen mit vielen Autos, aber Sophie hat einfach die Ampeln benutzt. Und vorgestern gingen wir spazieren. Wir waren noch nicht weit, da sollte ich Sophies Buggy holen, meinte sie. Es ging dann doch ohne, sie hat es sich nochmal überlegt. Ist auch eine Weile gelaufen, recht langsam. Später hat sie sich aber doch wieder in Philipps Wagen fahren lassen und Philipp ist gelaufen. (Er läuft z.T. besser als seine Schwester, hat vorgestern dann sogar den Wagen mit Sophie geschoben.) Sophie klagte also wieder, die Beine tun ihr weh. Und neulich wollte sie unbedingt das Seilspringen probieren. Es klappte aber absolut nicht.

Ich habe also den Verdacht, da ist noch was. Dr. Göhmann stellte ja auch fest, daß das Becken schief steht und ein Bein kürzer ist. Am Becken hat er aber nichts gemacht. Soweit ich gelesen habe, ist das beim ersten Mal auch nicht üblich. (Manchmal löst sich wohl eine Beckenblockade von allein, wenn die Blockade an der Halswirbelsäule gelöst ist?) Es könnte ja wohl doch sein, daß Sophie noch eine Beckenblockade hat? (ca. November 2005) ...

Sophie hat abgesehen von dem langsamen nicht gerne Laufen noch Verhaltensauffälligkeiten. Ist sehr leicht zum Heulen und in Wut zu bringen. Und heult wie ein kleines Kind. Wenn man sie nicht versteht oder es mal nicht nach ihrem Kopf geht, kann sie richtig ausrasten. Sich hinschmeißen, steif machen und schreien wie ein kleines Trotzkind. Der Mororeflex? Sonst grüßt und redet sie aber mit den Erziehern im KiGa, auch mit den Kindern. Ein Fortschritt.

Anekdote am Rande, die zeigt, wieviel sie schon mitbekommen hat. Sie fragte mich neulich "Warum konnte der Philipp seinen Kopf nicht richtig drehen?" Ich erkläre ihr, daß der Doktor beim Philipp keine Blockade gefunden hat aber bei ihr und diese gelöst hat. Und sie wußte genau, daß sie früher den Kopf nicht drehen konnte, aber jetzt! ...

Seit kurzem springt sie sogar von der Kommode. Vorher hatte sie Höhenangst. Beim Malen hat sie sich wesentlich verbessert. Jetzt malt sie schon richtige Figuren, nicht nur bloß Gekrakel. Seit ein paar Tagen zieht sie sich auch die Strumpfhose allein an. Gürtel, Jeansknopf aufmachen und Unterhemd in Unterhose stopfen klappt jetzt auch.

Noch im Winter fürchtete ich, Sophie hätte vielleicht noch eine Beckenblockade. Denn sie lief so ungern, ganz langsam, ganz kurze Strecken und jeder Heimweg vom Kindergarten war eine Katastrophe. "Ich kann nicht laufen, die Beine tun mir weh!" rief sie schon nach ein paar Metern. Auch wollte sie plötzlich nicht mehr von der Kommode springen, hatte wieder Höhenangst. Aber im Frühling war das alles vergessen. Sie konnte zum ersten Mal viel, lange und schnell laufen. Auch von der Kommode springt sie wieder mit Begeisterung. Und sonst ist es motorisch auch super. Sie klettert am Klettergerüst, schaukelt allein, rutscht wahnsinnig gern von der großen Rutsche, fährt Seilbahn auf dem Spielplatz und balanciert auch mal allein. Sie hat einen großen Entwicklungssprung beim Malen gemacht, malt jetzt Strichmännchen mit Körper, Kopf, Armen, Beinen, Händen, Füßen, vor allem sich selbst mit Zöpfen. Und auch Formen kann man auf den Bildern erkennen. Und auch sprachlich Riesenfortschritte - zuerst klappte es nur bei der Logopädin, jetzt mehr und mehr auch im spontanen Sprechen. Sie kann jetzt die Laute, die sie vorher nicht sprechen konnte "f" (schon länger) und "s" und "sch" (seit kurzem) auch im Wort und im Satz. Dreirad fahren klappte ja schon voriges Jahr vor der Behandlung. Seit April 2006 kann sie auch Roller fahren. Und Laufrad klappt auch schon. Ich denke alles im allen Super-Fortschritte.

Ich habe "Flügel und Wurzeln" und "Greifen und Begreifen" gelesen und mich mit den frühkindlichen Reflexen befaßt. Ich vermute, daß sie das vielleicht hat (Moro-Reflex?). Sie ist so leicht in Wut(?) zu bringen beim geringsten Anlaß, wenn was nicht so läuft, wie es ihr paßt. Dann fängt sie an zu schreien, reißt den Mund dabei weit auf, ihr Körper wird steif und biegt sich nach hinten, die Arme fliegen zur Seite und die Zunge streckt sie raus. Sie war dann auch minutenlang nicht da raus zu bringen. Im letzten Winter war es sehr schlimm. Jetzt hat sie es scheinbar besser unter Kontrolle (vom Intellekt her?), aber die Zunge streckt sie doch raus, auch wenn der Rest unterbleibt.

Und dann die Bauchschmerzen, die sie schon vor der KISS-Behandlung hatte. Ich meine die sind nach der Behandlung noch schlimmer/häufiger geworden. Gleich drei Tage nach der Behandlung hatte sie wieder Bauchschmerzen. Das hat sich bis hin zum Klinikaufenthalt gesteigert wegen hohem Fieber und Austrocknung. Insgesamt war sie dreimal (Ende Oktober 2005, Ende November 2005 und Anfang Februar 2006) für jeweils ein paar Tage im Krankenhaus. Und jedesmal hing sie am Tropf wegen Dehydrierung infolge von Erbrechen und/oder Durchfall meist in Zusammenhang mit Bauchschmerzen. In der Klinik haben sie jedesmal Urin, Blut, Stuhl untersucht und keinen Erreger gefunden.

Nach dem dritten Klinikaufenthalt bin ich dann mit ihr zur Osteopathin. Unser Kinderarzt hatte auch Verständnis, weil sie das KIDD-Syndrom hat, und hat uns ein Rezept über 10 x manuelle Therapie ausgestellt. Das geht, weil unsere Osteopathin Physiotherapeutin ist. Wir sind bei Judith Stransky, Theresienstr. in Dresden und sind sehr zufrieden. Am Bauch hat Frau Stransky nichts gefunden. Laut Fr. Stransky hat Sophie auch keine Blockade im Halsbereich (= kein KISS) mehr. Aber im Kopfbereich an den Schädelplatten (oder -häuten?) hatte sie massive Verspannungen. Wir waren jetzt schon ca. 5 x bei der Osteopathin und die verspannten Stellen am Kopf sind viel weicher. Jetzt arbeitet sie gerade vor allem an den Schulter und der Rippenpartie, wo Sophie sehr verspannt ist (man sieht das auch, die nach vorn gezogenen Schultern, der Buckel). Es scheint auch wirklich zu helfen. Die Bauchschmerzen sind seltener und längst nicht mehr so schlimm, sie jammert nur kurz und dann ist wieder gut. Sie hat jetzt nur noch einmal (vor einer Woche) erbrochen, als ihr Bruder auch Durchfall und Erbrechen hatte. Aber das hat sich nicht bis zum Klinikaufenthalt hochgesteigert, es war am nächsten Morgen wieder gut, zwei Tage später noch Durchfall, der war dann auch gleich wieder weg.

Anmerkung noch: Seit letzten Dezember hat sie eine Brille. Die Augenärztin hat festgestellt, daß sie weitsichtig ist. Besonders das rechte Auge sieht sehr schlecht und hat ein besonders dickes Glas bekommen. Jetzt kam bei der Sehschule heraus, daß sich das rechte Auge wahrscheinlich noch mehr verschlechtert hat durch die Brille. Genaueres wissen wir am 11. Juli. Denn sie müssen die Sehschule noch mal wiederholen, da es diesmal nicht richtig ging wegen der verbogenen Brille. Wenn sich der Verdacht bestätigt, muß ein Auge abgeklebt werden. Ich bin auch schon in Verbindung mit der Optometristin Elisabeth Strehler und werde Sophie bei ihr noch mal ganzheitlich durchchecken lassen, was das Sehen betrifft. Mal sehen, was sie empfiehlt.

Vielleicht ist noch erwähnenswert, daß Sophie noch bettnäßt. Sie war noch nie trocken. Müßte wahrscheinlich nachts auf Klo gehen, da die Blase diese Menge Urin noch nicht halten kann. Jedoch sie schläft zu tief und fest und merkt es nicht. Im letzten Sommer mit vier Jahren wollte sie keine Windel mehr, wollte groß sein. Wir haben es probiert. Sie war ein oder zwei Nächte trocken, danach hat sie wieder eingepullert. Wir sind dann zur Windel zurückgekehrt, da ich mir ersparen wollte, jeden Tag Bettwäsche zu waschen. Im Juni 2006 blieb die Windel das erste Mal eine Nacht trocken, jedoch hat sie die nächste Nacht früh um zwei eingepullert, rief mich dann zum Windelwechseln, was sie nachts noch nie getan hat. Schon mal ein Fortschritt, daß sie es gemerkt hat. Danach gab es noch ein paar trockene Nächte unter homöopathischer Behandlung. 2. Philipp: "Ev. hat mein Sohn auch KISS gehabt, denn er hatte als Baby diesen typischen KISS(c)Fleck am Hinterkopf dort, wo die Haare ausgefallen sind, und bog sich beim Stillen oft so komisch nach hinten weg. Zum Glück stillten wir trotzdem ohne Probleme und stillen auch jetzt noch. .....

Beim Philipp war es anders rum. Bei ihm ist mir sofort seine nach hinten durchgesteckte Haltung und der haarlose Kiss-Fleck am Hinterkopf eingefallen. Auch beim Stillen hat er seinen Körper von mir weg gedreht. Ich fand das damals zwar seltsam. Aber es gab zum Glück kein Stillproblem. Er hat trotzdem getrunken und wir stillen immer noch. Auffälligkeiten in Richtung KIDD zeigt er (noch) nicht. Zwar war auch seine motorische Entwicklung verzögert. Frühes Sitzen, spätes Krabbeln, Laufen. Er hat alles wieder aufgeholt und ist ein richtiger Racker, immer in Bewegung. Klettern, Rutschen alles kein Problem und kann er gar nicht genug davon kriegen. Nur die Schaukel mag er nicht. Ach ja und Neurodermitis hat er mit 20 Monaten bekommen ganz extrem bis hin zum blutig kratzen (vorher hat er immer super Haut gehabt).

Dr. Göhmann hat bei ihm gar nichts gefunden. Keine Blockade, nichts. Er kann den Kopf normal drehen. Auch die Beine sind gerade und die Füße o.k. Das wundert mich zwar etwas, weil er als Baby und z.T. jetzt noch so nach hinten überstreckt dalag und auch einen haarlosen Fleck am Hinterkopf hatte. Aber sonst hat er ja weiter keine Probleme (außer der ND, die mit KISS ja wohl nichts zu tun hat). Ich dachte zwar mal, er hätte Entwicklungsverzögerungen. Aber er hat das alles wieder aufgeholt, motorisch (z.B. klettern und rutschen mit 20 Monaten) und sprachlich (spricht Sätze seit September). Dr. Göhmann meinte das Überstrecken käme vielleicht vom Muskeltonus. Wenn das der KISS-Spezialist meint, wird das wohl richtig sein. Also kein KISS, keine Behandlung. Jetzt habe ich wenigstens Gewißheit. ...

Ich denke immer noch über Philipp nach. Ich meinte wirklich, er hätte als Baby typische KISS-2-Symptome gehabt (nach hinten überstreckt z.T. heute noch, haarloser Fleck am Hinterkopf). Aber Dr. Göhmann hat nichts gefunden. Keine Blockade nichts. Mir kam gestern der Gedanke: Ist es möglich, daß sich ein blockierter/verschobener Atlas spontan von selbst wieder einrenkt? Durch einen Unfall beispielsweise? Es soll wohl schon vorgekommen sein, daß sich eine schon gelöste Blockade durch einen Unfall wieder einstellt. Kann das auch umgekehrt passieren? Philipp hat nämlich im September einen Unfall beim Rutschen gehabt. Er ist eine große Rutsche mit Kurve auf dem Rücken liegend und mit dem Kopf voran runter gerutscht. Ich konnte es nicht mehr verhindern. Jedenfalls ist er kopfüber von der Rutsche runter und voll Karacho mit dem Kopf auf den harten Boden geknallt. Hat ganz schön gebumst und er hat sehr heftig geweint. Aber es war auch bald wieder vergessen, er schien weiter keinen Schaden zu haben. Kann das möglich sein? Daß sich ein verschobener Halswirbel durch den Unfall spontan einrenkt?

Philipp hatte als Baby deutliche KISS-2 Symptome, allerdings auch keine Probleme, keine Stillschwierigkeiten, keine Koliken, keine Schreiattacken. Nur daß er sich oft nach hinten überstreckt hat, den haarlosen Fleck am Hinterkopf hatte und motorisch mit Krabbeln und Laufen spät dran war. Hat aber alles aufgeholt. Ist ein kleiner Racker. Klettert überall rauf. Keine Rutsch ist zu hoch. Nur normale Schaukeln mag er nicht. Nur diese Doppelschaukel, wo er sich richtig auf eine Bank setzen kann und die Sophie ihm gegenüber sitzt, die macht ihm Spaß. Da hat er keine Angst. Auch sprachlich hat er ganz schnell aufgeholt. Spricht schon richtige Sätze, wenn es auch noch mit der Aussprache bei bestimmten Lauten hapert. (ca. November 2005)"

Philipp hat ja nun auch öfter Bauchschmerzen und Erbrechen gehabt. Und als die Sophie zuletzt ins Krankenhaus mußte wegen Erbrechen mußte er einen Tag später auch rein wegen Erbrechen und Durchfall und mußte an den Tropf wegen Dehydrierung und apathisch. Als Sophie am 29.03.2006 das erste Mal bei der Osteopathin war, habe ich diese gefragt, ob sie da ihm irgendwie helfen kann. Freundlicherweise hat sie ihn sich kurz mal angeschaut (untersucht mit den Fingern) und stellte fest, daß er Verspannungen im Schädelbereich hat. Da wir für ihn auch ein Rezept über manuelle Therapie brauchten, fragte ich unseren Kinderarzt danach. Dieser, durch mich auf KISS aufmerksam geworden, suchte nach einer Blockade im Halsbereich mittels dieses Kopfdrehtestes. Und stellte fest, die HWS ist nach links blockiert - Philipp kann den Kopf nicht ganz nach links drehen. Er meinte aber dazu, es ist kein KISS. Hier kam ich ins Grübeln. (Eine Blockade der HWS ist doch KISS?) Jedenfalls bekam Philipp trotzdem sein Rezept - allerdings nur für 6 x manuelle Therapie. Die Osteopathin meint auch, er hat am Hals nicht, nur am Kopf Verspannungen.

Über Philipps Auffälligkeiten als Säugling, die mir im Nachhinein einfielen, hatte ich oben schon geschrieben. Es ist noch zu erwähnen, daß seine motorische Entwicklung verzögert war. Er ist spät (mit 12 Monaten) gekrabbelt und dann recht kurz, da er bald (unmittelbar nach Erlernen des Krabbelns übte er schon am Hochziehen) laufen lernte (mit 15 Monaten). Er hatte aber später (als er schon laufen konnte) und auch jetzt noch Phasen, wo er viel krabbelt, als ob er etwas nachzuholen hätte. Und Sophie macht da auch mit, hat ja auch Nachholbedarf. Motorisch hat er aber aufgeholt seit er Laufen kann. Er ist ein richtiger kleiner Racker, klettert überall herum und springt gern von der Kommode. Seit diesem Frühjahr hat er aber Angst vor der großen Rutsche, will da gar nicht mehr rutschen und will auch nicht mehr die steile Schräge am Klettergerüst hochkraxeln. War alles im letzten Herbst noch kein Problem und jetzt hat er Angst. Dafür schaukelt er jetzt gern, das mochte er bis voriges Jahr überhaupt nicht. Ansonsten ist motorisch alles in Ordnung.

Feinmotorisch ist zu sagen, daß er meistens immer noch nur Krikel-Krakel malt (noch o.k. in dem Alter?) und beim Essen noch sehr kleckert. Aber er kann sich schon allein anziehen, auch die Schuhe (mit Klettverschluß) an und aus. Dann fällt noch auf, daß er oft die linke Hand (immer häufiger) benutzt beim Malen und Essen, aber auch immer wieder mal die rechte. Es hat sich noch nicht richtig heraus kristallisiert, welche Seite dominant ist.

Sprachlich ist er eher ein Spätentwickler. Er sagte mit 9 Monaten zwar schon seine ersten Worte (Decke, Dede = Schwester), aber dann wuchs der Wortschatz nur langsam, besonders als er mit Krabbeln- und Laufenlernen beschäftigt war, stockte die Sprachentwicklung. Dann hatte er mit 18 Monaten einen Sprung, es kamen viele neue Wörter dazu, allerdings noch keine Sätze. Letztes Jahr im September mit 28 Monaten sprach er seine ersten Sätze. Und dann ging es sehr schnell. Sein Wortschatz und sein Satzbau haben sich inzwischen sehr erweitert und er kann inzwischen alles ausdrücken und man kann sich richtig mit ihm unterhalten. Nur mit der Aussprache bestimmter Laute hat er schon immer Probleme gehabt und auch jetzt noch Probleme. Das "f" in der Wortmitte kommt nicht "Löppel" statt "Löffel". Er kann auch das "k" nicht aussprechen ("dommd du?") Und "s" und "sch" klappt überhaupt nicht.

Deswegen und auch wegen seiner häufigen Mittelohrentzündungen (hatte auch schon oft Bronchitis) im letzten Winter waren wir jetzt beim Ohrenarzt zum Nachschauen und zum Hörtest. Beim Hörtest kam heraus, daß Philipp schlecht hört. Der Arzt hatte Schwierigkeiten, den Test auszuwerten. Denn das Ergebnis zeigte an, Philipp hört nicht gut, aber auch nicht sehr schlecht. Deshalb wußte der Arzt erst nicht so recht, was er machen sollte. Dann schaute er noch die Rachenmandel an, die er dieses mal durch die Nase zum ersten Mal sehen konnte. Und stellte fest, daß diese vergrößert ist und so die Belüftung des Ohres behindert und für die Hörprobleme mit verantwortlich ist. Der HNO-Arzt gab uns also eine Einweisung ins Krankenhaus. Die Rachenmandel soll raus operiert werden und dann soll in Vollnarkose dieser Hörtest gemacht werden. (Diagnose: adenoide Vegetationen, Tubenfunktionsstörung, V. a. Schwerhörigkeit, Dyslalie; Untersuchungsergebnisse: BERA mit verlängerten Latenzzeiten; erbitte AT und BERA) Er meinte erst nach der Operation kann man angeborene Schwerhörigkeit ausschließen. Auch unser Kinderarzt, Homöopath und sonst immer für sanfte Heilverfahren ist für die Operation. Die OP soll am 13.07.206 gemacht werden.

Am 12.09.2006 stelle ich Philipp noch mal bei Dr. Aurich, Orthopäde in Limbach-Oberfrohna, vor. Dieser behandelt auch nach Guthmann und ist für uns viel näher als Hannover. Mal sehen, ob er bei Philipp eine Blockade findet.

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