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Behandlungsverlauf

Hier ein Bericht über Laura:

Wir haben eine kleine Tochter Laura. Bisher verlief alles normal - zumindest dachten wird das.

Bei der U3 habe ich - die Mutter - die Kinderärztin mal darauf angesprochen, dass unsere Tochter immer wie ein "Fragezeichen" (C-Form) liege und ob das normal sei. Die Kinderärztin bestätigte mir, dass das völlig normal sei und ich mir keine Gedanken machen solle. Auch gut - man vertraut ja den Kinderärzten!

Laura ist inzwischen eigentlich ein unkompliziertes Mädel, keine großartigen Schreiattacken, außer vor dem Essen und manchmal vor dem Schlafen (man will ja eigentlich gar nicht schlafen, obwohl die Augen zu fallen).

Manchmal schrie sie mehrmals täglich, aber wir schoben es auf die 3-Monats-Koliken. Dann setzte über Tage die Verdauung aus und 3 (!!!!!!!) Kinderärzte bestätigten uns, dass sei bei Stillkindern normal und zudem hätte Laura auch Blähungen und Koliken, das würde sich nach 3 Monaten von selber regeln. OK - wir haben den Kinderärzten geglaubt - man vertraut ja!

Dann kam der 21. Januar 2006. Wir waren zu Besuch bei meinen Eltern, meine Mutter hatte Geburtstag und wir waren bereits zum Frühstück eingeladen.
Beim Frühstückstisch hatte die Mama die Maus auf dem Schoß und wollte sie in die Arme des Papas übergeben. Bei der Übergabe - vermuten wir - haben wir (einer der 20 Finger von mir oder meinem Mann) sie an einer empfindlichen Stelle getroffen. Sie schrie kurz auf und war anschließend wieder ruhig. Der Schrei war aber nicht normal, wir wunderten uns etwas - machten uns aber, da sie anschließend normal war, keine weiteren Gedanken.

Eine halbe bis eine Stunde später fing sie an zu quengeln, unruhig zu werden und wir schoben es auf den Hunger. Darauf hin habe ich sie gestillt und sie trank nur an der linken Brust. Mit der rechten Brust hatte ich sowieso Probleme, schob es aber auf evtl. mangelnde Milchbildung.

Kurz um, sie trank schlecht und fing dann an zu schreien. Das ging fast den ganzen Tag, bis auf kurze Unterbrechungen, in den sie einschlief.
Unserer Meinung nach aus Erschöpfung. Am späten Nachmittag um ca. 17.00 Uhr waren wir völlig entnervt und haben dann beschlossen doch den Kinderarzt aufzusuchen. Wir vermuteten nach wie vor Koliken und wollten eigentlich von dem Kinderarzt nur die Bestätigung haben, dass nicht weiter Ernstes vorlag.

In der Kinderklinik Sankt Augustin wurden wir dann vorstellig und die nette Kinderärztin stellt als allererstes die Frage, ob die Maus immer so in der C-Haltung da liegen würde. Wir bestätigten ihr dies und sie fragte, dann nach weiteren Symptomen, ob sie an einer Brust besser trinken würde als an der anderen, ob sie mit dem Kopf immer nur zu einer Seite liegen würde, dies bestätigten wir ihr ebenso. Es folgten noch ein paar Fragen, die wir alle bestätigen konnten. Wir waren natürlich verwundert. Die Ärztin untersuchte die kleine Maus, beruhigte uns und sagte uns, dass mit Laura alles ok sei, Blähungen oder Koliken hätte sie nicht.
Anschließend fragte sie uns, ob wir schon mal etwas von dem Kiss-Syndorm gehört hätten. Natürlich noch nie! Sie empfahl uns schnellstmöglich bei Dr. Biedermann in Köln oder Dr. Sacher in Dortmund einen Termin zu machen und abzuklären, ob das Kiss-Syndorm bei der Maus vorliegen würde.
Sie wies uns allerdings auch darauf hin, dass wir uns auf eine Wartezeit von 3-4 Monaten einstellen müssten. Sie klärte uns anschließend noch kurz über Kiss auf und erklärte uns, dass es bei Laura sich wohl um Verspannungen im Hals-Nachen-Bereich handeln würde, und sie dort Schmerzen hätte und deshalb den ganzen Tag so geschrieen hätte.

Montagmorgen, habe ich gleich bei Dr. Biedermann angerufen und erstaunlicherweise in der gleichen Woche am Donnerstag einen Termin bekommen. Gott-Sei-Dank!

Der Termin bei Dr. Biedermann war auch für uns Eltern sehr aufregend, da wir noch nicht so ganz wussten, was auf uns oder Laura zukommen würde.
Wir hatten uns bis zu dem Arzttermin zwar über Kiss im Internet schlau gemacht, aber Theorie und Praxis sind doch manchmal zwei verschiedene Dinge.

Dr. Biedermann war sehr nett und Laura fühlte sich auch wohl. Sie weinte etwas, ließ aber dennoch alles tapfer über sich ergehen.

Die Erwartungshaltung von uns war natürlich - auch durch die Recherche im Internet - riesengroß und haben anscheinend nach der Behandlung kleine Wunder erwartet - die natürlich nicht eintraten. Meine Eltern hatten uns inzwischen das Buch von Dr. Biedermann über Kiss besorgt und ich las und las.
Da wurde uns natürlich klar, dass wir nicht unbedingt auf ein Wunder warten sollten.

Eine deutliche Besserung, die wir bereits am gleichen Behandlungstag merkten war, dass sie viel besser trank. Die Kraft der Züge bei Saugen war merklich besser - das war aber auch das einzige. (Muttern war natürlich leicht enttäuscht)

Den Kopf drehte sie nicht besser zur linken Seite und sonstige Merkmale wurden auch nicht besser. Laura war sehr launisch, schrie hin uns wieder usw. - also keine nennenswerte Besserung in Sicht.
In meinem Kopf machte sich in den 10 Tagen nach der Behandlung nur Enttäuschung breit und wir hakten den Besuch als Erfahrung ab.

Nach und nach bemerkten wir jedoch eine Besserung. Inzwischen dreht sie prima den Kopf von links nach rechts und von rechts nach links. Sie liegt nicht mehr wie ein C, das "Haare raufen" ist verschwunden (kommt noch sehr selten vor), beide Augen sind unserer Meinung nach inzwischen gleichgroß, der platte Hinterkopf ist noch da, denke aber, dass er sich nicht verschlimmern wird.
Sie schreit nicht mehr grundlos, außer wenn Essenszeiten sind oder evtl. mal ein Bäuerchen quer sitzt. Aber sobald die Flasche im Mund ist oder der Bauer raus ist, ist Ruhe. Sie ist ein fröhliches Kind, trinkt gut, lacht und die Symptome von Kiss sind - meiner Meinung nach - verschwunden.
Ende März haben wir einen Kontrolltermin bei Dr. Biedermann und wir sind schon sehr gespannt auf seine Meinung.

Enttäuscht bin ich über die 3 Kinderärzte, die wir aufgesucht haben, die der Krankenkasse Geld gekostet haben und niemand uns etwas von dem Kiss-Syndrom gesagt hat. Auch enttäuscht es uns, dass dieses Syndrom nicht so weit verbreitet ist und die Kosten von der Krankenkasse nicht übernommen werden.
Könnten uns vorstellen, dass viele Folgekosten in den kommenden Jahren den Krankenkassen erspart bleiben würden.

Wir haben die Rechnung bei der Krankenkasse eingereicht und warten nun auf den Bescheid. Wir lassen uns mal überraschen!
Auch wenn die Krankenkasse die Kosten der Behandlung nicht übernimmt, wir sind froh, dass wir so schnell die Möglichkeit und den Termin bekommen haben und Laura so schnell behandelt werden konnte und sind natürlich gerne bereit die Kosten auch privat zu tragen.

Sollten noch Fragen offen sein, stehen wir gerne zu Verfügung und hoffen, dass noch ganz viele Leute von Kiss erfahren, damit evtl. noch vielen anderen Kindern geholfen werden kann.

Die Homepage www.kiss-kid.de ist super und wir danken auch, dass wir darüber so gut informiert worden sind.

Tolle Arbeit!

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