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Behandlungsverlauf

Hier ein Bericht über Jenny:

Ich habe auf spontanem Wege entbunden nach insgesamt 12 Stunden Wehen und mit PDA, allerdings nur 4 Presswehen (ca. 15 Minuten). Die erste Presswehe war "zum üben", denn die Hebamme meinte, Jenny wäre noch viel zu weit oben.
Desto größer ihr Erschrecken, als nach der "Übungswehe" plötzlich schon das Köpfchen zu sehen war. Dann ging alles sehr schnell mit der Geburt.

Schon in der Klinik fiel auf, dass Jenny eine Lieblingsseite hat und das Köpfchen vorwiegend nach rechts legte. Weiterhin hatte sie einen Sichelfuß rechts und eine unreife Hüfte (Hütfdysplasie) links. Das Hüftproblem bekamen wir mit 6 Wochen breit wickeln gut hin. Die letzte Sonogaphiekontrolle ergab Normalwerte, allerdings bewegt sie diese Hüfte weniger gerne als die andere.
Der Sichelfuß hat sich mittlerweile auch gegeben. Die Schieflage des Köpfchens konnte mit Krankengymnastik nach Bobath sehr gut und schnell korrigiert werden. Dabei fiel auf, dass Jenny in der Bauchlage die Arme noch zu weit hinten hatte und sich nicht ordentlich abstützte, woran dann auch in der Krankengymnastik gearbeitet wurde.
In den ersten 3 Monaten hat Jenny besonders nachmittags/abends sehr viel geschrien, Diagnose: 3-Monats-Koliken.
Ab dem 4. Monat wurde es tatsächlich mit dem Schreien auch besser, die Krankengymnastik schlug gut an und wir waren alle recht erleichtert und glücklich.

Aber dann ging es erst richtig los: plötzlich Probleme beim Anlegen. Noch vor dem Andocken begann Jenny zu schreien und sich steif zu machen. Schultern zurück, Kopf zurück, das ganze Kind war steif wie ein Brett. Etliche Stillpositionen wurden ausprobiert, nichts half - nur manchmal das Stillen im gehen, auf dem Gymnastikball oder im Vierfüßlerstand, was mir aber große Rückenprobleme bereitet. Was habe ich nicht alles ausprobiert und angestellt, damit sie besser trinken kann!

Bei der Kinderärztin großes Rätselraten, kein Fieber, Blutbefund unauffällig, nichts zu finden - bis eine leichte Reaktion auf einen Druckschmerz vor dem Ohr uns zum HNO-Arzt und damit der Diagnose Mittelohrentzündung führte. Ok, dachten wir - das ist es, das wird jetzt behandelt und alles wird gut.
Pustekuchen.... Das Antibiotikum hat zwar gut und schnell gewirkt und die Mittelohrentzündung heilte. Aber dafür gab es in den 7 Tagen Antibiotika-Therapie massive Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen und ein Aufblühen der Neurodermitis.
Auch um Jennys Gewicht mussten wir uns sorgen(das ist aber jetzt wieder OK). Nachdem das Antibiotikum ja nun mal alle Bakterien, auch die nützlichen, niedermacht, müssen wir zur Zeit Jennys Darm
wieder sanieren (mit Lactobazillen). Und leider hat das alles die Probleme beim Anlegen nicht ganz behoben. Es wurde zwar viel besser, war aber eben nicht weg.

Es kristallisierte sich heraus, was ich von Anfang an schon immer beobachtet habe, was aber niemand ernst genommen hat: das Kind ist unheimlich empfindlich im Nacken.
Einen Body anzuziehen geht ohne Quengeln/Weinen nur, wenn ich ganz schnell den Stoff aus dem Nacken nach unten ziehe und dann erst die Ärmel überziehe.
Bei der Babymassage lässt sie sich im Nacken nicht anfassen.
Die Schieflage ist ja "wegtherapiert", aber aus der Empfindlichkeit sind seit der Mittelohrentzündung starke Schmerzen geworden, was nun (endlich!) sowohl für die Kinderärztin, als auch für die Physiotherapeutin auch ersichtlich war.

Das bestärkte mich darin, dass ich mir das nicht alles nur einrede und eine hysterische und überbesorgte Mami bin. Wer schon mal ein hungriges Kind gesehen hat, das beim Stillen Schmerzen hat, den Schmerz vermeiden, aber trotzdem trinken möchte, weiß wie furchtbar das ist. Wie sich das kleine Würmchen bemüht, den Schmerz auszuhalten, damit sie trinken kann, das ist so tapfer.. und zerreisst mich schier. Meine Nerven sind daher nicht die stabilsten im Moment und das wird einem ja gerne als "übernervös und übersteigert" ausgelegt.

Krankengymnastik nach Bobath war dann gar nicht mehr möglich, weil es Jenny so weh tat. Sowohl Physiotherapeutin als auch Kinderärztin empfahlen eine osteopathische Behandlung. Eine Woche später hatten wir einen Termin bei einem Osteopathen - und waren uns nachher klar: das ist nicht das richtige!
Von wegen "sanfte Behandlung" und "die meisten Kinder schlafen ein": Jenny hat die ganze Zeit geschrien wie am Spieß. Der Therapeut kam uns komisch vor, hat Jenny nicht einmal angesprochen, sondern immer nur "esoterisch-selig" angelächelt, wollte uns dann erst 2-3, dann 4-5
Behandlungen verkaufen und bei der Terminvergabe waren plötzlich leider keine Nachmittagstermine mehr frei (zu denen mein Mann, der schon äußerst skeptisch aus der Wäsche guckte, hätte mitkommen können). Wir hatten das Gefühl, dass der Therapeut nervöse, ängstliche Mamis lieber als Begleitung hat als kritische und selbstbewußt auftretende Eltern.
Gewarnt hat er uns übrigens vor Manualtherapeuten: das wäre eine viel zu ruppige Methode, Osteopathie wäre viel sanfter und brächte das gleiche Ergebnis. Die Antworten auf meine Fragen waren allerdings mehr als unspezifisch und unbefriedigend (das mein Kind verspannt ist, weiß ich selber, sonst wär' ich ja nicht da....) Ich gebe zu: vielleicht sind wir ungerecht, vielleicht hatten nachher so ein komisches Gefühl, dass wir gesagt haben: da gehen wir nie wieder hin!

Da auch keine Besserung eintrat und wir uns mittlerweile über diese Homepage viele wichtige Infos geholt hatten, haben wir 2 Tage später bei Dr. Biedermann in Köln angerufen und zum Glück auch gleich einen Termin bekommen - der war gestern. Ich habe noch nie einen Arzt erlebt, der so sicher, liebevoll und behutsam mit unserer Tochter umging! An ihrer Reaktion merkte man auch, dass es ihr keine Angst machte und es ihr gut ging.

Der Verdacht auf KISS bestätigte sich. Da die Nackenempfindlichkeit aber extrem hoch war und zudem seit der Behandlung des Osteopathen (was immer sie bewirkt oder auch nicht bewirkt haben mag) erst wenige Tage vergangen waren, erklärte uns Dr. Biedermann, dass er jetzt eher vorsichtig und an Nebengebieten behandeln würde.
Er hat in etwa 2/3 dessen gemacht, was er bei Jenny gerne machen möchte.

Jetzt heißt es abwarten bis zum Monatsende und dann je nach unserer Beobachtung einen weiteren Termin im in naher oder ferner Zukunft festlegen. Empfohlen wurde auch, Jenny viel zu tragen. Zu Hause wieder angekommen war zunächst mal keine Verbesserung zu bemerken, statt dessen langes Weinen und Schmerzen, die in keiner Lage gebessert werden konnten. Vermutlich war das alles furchtbar anstrengend für die kleine Maus und die Muskeln haben protestiert. Sie schlief dann unter Tränen völlig erschöpft ein.

Beim nächsten Aufwachen ging aber alles gleich viel besser: Stillen ist zwar immer noch schwierig, aber Jenny war gestern abend schon deutlich mobiler als zuvor. So konnte sie sich zum ersten Mal vom Bauch auf den Rücken drehen (die andere Richtung funktioniert seit ein paar Tagen ohnehin schon) und war auch viel aktiver in der Kopfbewegung. Die Schlafhaltung in der Nacht war eine andere, viel geradere und Jenny hat zum ersten Mal seit längerem nachts nicht mehr aufgeschrien.

Jetzt heißt es erstmal abwarten... wir hoffen so sehr, dass sich alles zum Guten wendet und es Jenny besser geht. Da ihre Behandlung noch nicht abgeschlossen ist und uns das Thema KISS sicherlich noch einige Jahre begleiten wird, habe ich mich entschlossen, Eurer Selbsthilfegruppe beizutreten - vor allem weil ich denke, dass eine Untersuchung bereits in der Klinik kurz nach der Geburt uns allen viel Kummer und Leid und vor allem Jenny sehr viele Schmerzen erspart hätte. Dass es andere da einmal einfacher haben werden und dass unnötiges Leiden verhindert werden kann, dazu möchte ich gerne etwas beitragen.
Liebe Grüße A.

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