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Behandlungsverlauf

Hier ein Bericht über einen 11jährigen Jungen:

Mein Sohn ist elf Jahre alt und hat schon eine echte Therapiestrecke hinter sich, und ich weiß nicht so wirklich, wo ich anfangen soll zu erzählen.
Vielleicht doch von vorn?

Im Alter von ca. 2,5 Jahren hatte er eine schwere Halsverletzung. Laut Röntgenaufnahme und Arzt sei aber nichts an der Wirbelsäule. In der darauffolgende Zeit habe ich immer das Gefühl gehabt irgendetwas stimmt nicht.
Wenn Yannick gefallen ist, dann immer auf den Kopf, wenn überhaupt ein Kind gefallen ist - dann eben Yannick. Er war irgendwie immer so schwerfällig. Lt. Kindergarten war Yannick ein vollkommen normal entwickeltes Kind, was nur nicht gerne am Tisch bastelte oder spielte. Dies tat er jedoch zu Hause.

Als Yannick dann in die Schule kam, hat er sich auf einmal vollkommen zum Nachteil verändert. Er war sehr traurig, frustiert und auch wie die Lehrerin meinte etwas aggressiv. Da wir zu diesem Zeitpunkt aber auch drei Todesfälle in der Familie hatten, haben wir das ganze erst einmal damit und der neuen Schulsituation in Verbindung gebracht.

Wenige Wochen nach Schulbeginn sprach mich dann der Sportlehrer von Yannick an, ob Yannick irgendetwas an Sport machen würde. Er (der Lehrer) hätte das Gefühl, dass da irgendetwas nicht stimmen würde. Yannick würde nichts spontan machen, sondern die Bewegungsabläufe durchdenken bevor er sie ausführt. Mit diesen beiden Beobachtungen bin ich dann zu unserer Kinderärztin gegangen und sie meinte, dass Yannick am besten Psychomotorik machen sollte. Dies haben wir dann auch getan und die Therapeutin meinte, dass Yannick Bewegungsabläufe wirklich erst durchdenke, diese dann aber sicher ausführen würde und das so in Ordnung wäre.

Im zweiten Schuljahr verschlechterte sich Yannicks Schulsituation extrem.
Yannick hatte enorme Probleme beim Schreiben. Unsere Vermutung, das Yannick LRS hatte wies die Lehrerin ab. Sie meinte er hätte eine Auge-Hand-Koordinationsstörung und wäre schlecht erzogen.

Also wieder zum Kinderarzt und nach langem Drängen bekam ich dann ein Rezept für die Ergotherapie. Nachdem der Ergotherapeut Yannick getestet hatte, sagte er mir, dass ihm ein paar Kleinigkeiten aufgefallen wären, aber so wirklich Dramatisches sei nicht festzustellen. Also sollte wir mit 6 Monaten Ergo fertig sein. Im Laufe der Therapie und im dritten Schuljahr wurde Yannicks seelische Verfassung immer schlimmer. Auch das Schreiben fiel im immer schwerer also besprach ich mich noch mal mit dem Ergotherapeuten, dem die Verhaltensänderung von Yannick auch aufgefallen war. Mein Mann und ich beschlossen, Yannick auf LRS testen zu lassen, weil wir endlich wissen wollten, wo wir dran waren und endlich auch der Lehrerin etwas entgegensetzen wollten.

Wir sind dann zu einem Kinder- u. Jugendpsychologen gegangen, der mit der Ergotherapiepraxis zusammen arbeitete und haben Yannick testen lassen. Egebnis Hochbegabung und aufgrund Differenz IQ und Schreibleistung LRS-Kind.

So nun standen wir da mit unserem kurzen Hemd. Auf zur Suche nach Unterstützung.
(Dies ist verdammt schwierig).

Die Schulsituation wurde nicht besser aber wir haben in Absprache mit Yannick dann gesagt "Augen zu und durch". Denn bis man eine entsprechende Schule findet vergeht auch wiede seit und Yannick hatte Freunde in der Klasse gefunden.

Im Sport fiel es ihm schwer den Kopfstand, die Rolle und vieles andere zu machen. (Heute weiß ich warum).

Im Musikunterricht konnte er nicht im Takt klatschen und das Spielen der Musikinstrumente war auch die Hölle für ihn.

Nach dem Schulwechsel ging es Yannick wirklich gut. Er bekam endlich einmal eine 3 in Sport und eine 2 in Musik. Aber er klagte immer wieder über Nackenschmerzen und Verpsannungen. Und dann fiel mir ein, dass der Ergotheraupeut mir erzählt hat, dass Yannick Verhaltensweisen hat, die man eigentlich nur bei Erwachsenen findet, die eine schwere Halsverletzung hatten und sich eine Schonhaltung angeeignet hatte, tja und dann bekam auch die Sache mit der Halsverletzung von vor ca. 8 Jahren eine andere Bedeutung.

Also habe ich ein Kinderothopädie gesucht. Weil irgendwann war ich einmal mit Yannick bei einem Orthopäden (warum weiß ich schon gar nicht mehr) und der meinte extreme Überbeweglichkeit in den Gelenken, aber ansonsten alles in Ordnung. Diese habe ich dann an der Uniklinik in Düsseldorf gefunden. Also auf nach Düsseldorf. Ich erzählte dem Arzt also meine Geschichte, es wurden Röntgenaufnahmen gemacht, er hat die Halswirbel angeguckt und meinte Yannick ockade und eine Verspannung und Yannick sollte Krankengymnastik machen.

Nun ja, ich wollte nicht irgendwo mit meinem Kind zur Krankengymnastik. Ich dachte an den Hals lass ich nicht jeden. Da wo ich dann hinwollte bekam ich keine Termine und das Rezept lag hier zu Hause längere Zeit rum. Jetzt befindet sich bei uns zu Hause (um die Ecke sozusagen) eine Krankengymnastikpraxis). Und ich war mitlerweilen an dem Punkt angekommen - alles egal, ich will nicht mehr fahren / wir waren zu dem Zeitpunkt in einer LRStherapie zu der wir ziemlich weit fahren mussten). Ich habe dann bei der Krankengymnastik-Praxis angerufen Ahnung von Halswirkelerkrankungen hat. Angeblich sollte es das so jemanden geben.

Also auf zum ersten Termin. Es empfing uns eine noch recht junge, aber sehr sympathische Frau. Sie bat mich zu erzählen, wo die Problematik lag, fragte Yannick dann, ob sie sich einmal seinen Rücken angucken dürfte und wir waren beide (Therapeutin und ich) entsetzt, dass Yannick im Sitzen eine ganz schiefe Wirbelsäule hatte. Sie fragte mich dann noch, ob Yannick denn durchschlafen würde - was er natürlich nicht tat, aber für Kinder mit einem hohen IQ vollkommen "normal" ist. Und es kamen noch einige andere gezielte Fragen. Ich habe sie daraufhin gefragt was sie für einen Verdacht hat, denn die gezielten Fragen verunsichten mich schon, aber mir war klar worauf sie hinauswollte. Ich kannt den Begriff Kiss. Und nun sagte die Therapeutin mir, dass sie vermutete, dass Yannick ein Kiss-Syndrom hätte und das sie ihn nicht behandeln möchte, bevor wir ihn nicht bei Dr. Sacher vorgestellt haben. (Vielleicht muss ich noch hinzugügen, dass ich mit Yannick ca 2 Jahre vorher bei einer Ostheopathin gewesen bin und diese mir schon gesagt hatte, dass Yannicks Halswirbel alle nicht übereinanderständen und diese dringend eingerengt werden müssten. Ich sollte zu Herrn Dr. Otto nach Essen gehen. Er würde eine Kombi-Behandlung LRS/Halswirbel machen). Aber wie gesagt, wir alle waren therapiemüde und an den Hals von Yannick wollte ich nicht manipulieren lassen.

Wieder zu Hausebin ich erst einmal ins Netz und habe mich genauer über KISS informiert. Dann der Termin bei Dr. Sacher. Da wir lange warten mussten, hatte ich genügend Zeit, sein Buch zu durchstöbern. Er untersuchte Yannick, machte die obligatorischen Röntgenaufnahmen und sagte uns, dass die komplette Halswirbelsäule nicht richtig sitzen würde. Er würde Yannick jetzt einrenken.
Ich habe weggeguckt, aber mein Mann und mein Sohn waren ziemlich blass nach der Behandlung, so laut hat es geknackt. Das erste was Yannick sagte war, "Ich steh ja jetzt ganz anders, das ist aber ein komisches Gefühl". Auf dem Weg nach Hause ist Yannick schon im Auto eingeschlafen. Und er hat die ganze Nacht durchgeschlafen. (Das war in 10 Jahren so ziemlich die erste Nacht). Auch die Tage danach war Yannick sehr müde. Im Anschluß daran folgte eine Zeit, wo er fürchterlich agressiv war und er bekam einen absoluten Aufräumwahn in seinem Kinderzimmer. (Dieses Phänomen hatte ich von einer Mutter im Internet gelesen).

In der Schule haben wir Bescheid gesagt, dass bei Yannick mögliche Veränderungen im Verhalten auftreten können und das die Lehrer doch bitte darauf achten möchten, dass er immer gerade zur Tafel sitzt.

Nach drei Monaten mussten wir dann noch zur Kontrolle zu Dr. Sacher. Er stellte noch eine leichte Blockade fest und löste diese. Yannicks Körperhaltung hatte sich extrem verbessert und wir müssen erst in einem Jahr wieder zur Kontrolle.

Gespannt sind wir auch, was sich bei Yannick noch so alles tun wird, denn das kann einem ja leider keiner sagen. (Meine Hoffnung, dass sich die LRS in Luft auflöst hat sich nicht eingestellt, obwohl ihm das richtige Schreiben schon leichter fällt).

Die Therapeutin hat uns angeboten, immer mal wieder einen Blick auf Yannick zu werfen und wenn Yannick unsicher ist, weil es geknackt hat im Hals, oder er Verspannungen hat oder Angst, dass da etwas ist, soll er sich nur melden. Er braucht kein Rezept und nichts, das macht sie so, weil ihr die Kinder am Herzen liegen.

Seit kurzem macht Yannick nun Kung Fu und er traut sich auch an die Rollen heran. Selbst die Rolle rückwärts versucht er. Sei Körperspannung ist nach kurzem Training schon viel besser geworden. Den Sportlehrern in der Schule habe ich eine Info zukommen lassen, dass Yannick nicht unbedingt alles kann und wenn er von sich auch sagt, dass es nicht geht, dass sie ihn gewähren lassen und ich muss sagen, sie nehmen Rücksicht darauf. Dass finde ich klasse.

Aber am glücklichsten und dankbarsten bin ich der Krankengymnastin. Ich habe aber genauso viel Wut auf all die anderen, die noch nicht einmal die Idee hatten, dass Yannick ein Kiss-Syndrom hatte. Wer weiß, was ihm alles an Therapien und Verspottungen durch seine Klassenkameraden erspart geblieben wäre.
Aber so ist es heute nun einmal, du musst einfach Glück haben und an den richtigen Therapeuten gelangen. Schade eigentlich. Und deshalb finde ich deine Internetseite auch so klasse.

Hoffentlich war dies nicht zuviel Info. Wenn du Lust hast, kannst du dich ja noch einmal melden. Vielleicht kennst du ja ein Kind, dass auch Kiss und Hochbegabung hat. Würde micht interessieren, wie es bei denen aussieht.

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